Empowerment aus der People of Color-Perspektive

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dummyHalil Chan legt im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen eine ausführliche, fundierte und praxiserprobte Handlungsempfehlung – das HAKRA Empowerment-Konzept – zur Durchführung von Empowerment-Workshops gegen Rassismus vor. (HAKRA ist die Selbstbezeichnung des Projektes und eine begriffliche Eigenkreation aus den Wörtern “hak” und “ra”, die in unterschiedlichen Sprachen Bedeutungen wie Recht, Gerechtigkeit, Wahrheit, Gott, Weg und Kosmos in sich tragen.)

Die Expertise stellt einleitend den Empowerment-Ansatz auf mehreren Bedeutungsebenen und anhand historisch-geografischer Bezugspunkte vor. Anschließend wird in die HAKRA-Empowerment-Initiative und das HAKRA-Empowerment-Konzept eingeführt. In einem nachfolgenden reflexiven Teil geht der Autor auf die Verläufe unterschiedlicher Empowerment-Workshops ein, die für und mit Women of Color, People of Color, Roma und Sinti, Muslim_innen of Color und Schwarzen Menschen durchgeführt wurden. Ein nachfolgendes Kapitel beschäftigt sich mit einem Workshop für People of Color im Rahmen eines EU-Projektes und stellt seine Stärken und Schwächen heraus. Die Handlungsempfehlung schließt mit allgemeinen Empfehlungen und Forderungen von Akteur_innen und Zivilgesellschaft of Color gegen Rassismus. Zusätzlich finden sich Link- und Literaturlisten zum Thema sowie Hinweise auf Initiativen, Vereine, Medien und Organisationen in Berlin und bundesweit, die einen rassismus-kritischen Empowerment-Ansatz haben.

Über das HAKRA-Empowerment-Konzept sagt der Autor der Expertise:
“Vom Grundansatz her ist das HAKRA-Empowerment-Konzept in erster Linie zielgruppenspezifisch auf die individuelle und gemeinschaftliche Selbstbemächtigung, Selbstbestimmung, Vernetzung und die Stärkung der gesellschaftspolitischen Teilhabe von People of Color in Deutschland ausgerichtet. Gleichzeitig jedoch setzt die Initiative HAKRA in ihrem pädagogischen und politischen Bildungskon­zept auf den Dialog zwischen People of Color und Angehörigen der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Ausgehend von der Kritik an gesellschaftlichen Ungleichheitsverhältnissen bezüglich Ressourcen, Privilegien und Macht, richtet sie dabei ihren Fokus auf die Option der gesellschaftlichen Veränderung durch die Handlungsmaxime des aktiven Powersharings (Macht-Umverteilung) von Seiten der weißen Dominanzgesellschaft. Der kritische Weißseins-Ansatz der Critical Whiteness Studies aus dem ang­loamerikanischen Kontext bildet hierbei das ergänzende Pendant zum Empowerment-Ansatz aus der PoC-Perspektive. Dabei geht es beim Critical Whiteness-Ansatz im Sinne des ‘racial turn’ darum, den Blick von den Betroffenen von Rassismus, wie er in den Black Studies repräsentiert wird, auf die Ras­sismus ausübende weiße Gesellschaft und ihre Akteur_innen kritisch zu erweitern. Darauf basierend, hat HAKRA auch in dieser Richtung inzwischen ihr Konzept soweit erweitert, dass Rassismus und Diskriminierung thematisierende, mehrperspektivische und transkulturelle Empowerment-Trainings und -Workshops für und von People of Color und Mehrheitsdeutsche zusammen in gemischten und geschützten Räumen angeboten werden.”

Die Broschüre als PDF-Datei gibt es hier

 

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