Netzwerk Care Revolution

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Über 80 verschiedene Gruppen und Personen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland gehören dem Zusammenschluss an – gearbeitet wird zu verschiedenen Feldern sozialer Reproduktion wie Hausarbeit, Assistenz, Gesundheit, Sexualität, Pflege, Wohnen oder Bildung. Gemeinsamer Nenner ist dabei die Schaffung von, wie das Netzwerk auf seiner Webseite schreibt,

“neue(n) Modelle(n) von Sorge-Beziehungen und eine(r) Care-Ökonomie an, die nicht Profitmaximierung, sondern die Bedürfnisse der Menschen ins Zentrum stellt, und die Sorgearbeiten und Care-Ressourcen nicht nach rassistischen, geschlechtlichen oder klassenbezogenen Strukturierungen verteilt. ”

Enstanden ist der Zusammenschluss 2012 aus einem Treffen des Feministischen Instituts Hamburg zu Feminismus und Kritik der politischen Ökonomie. Als “Arbeitskreis Reproduktion” wurde im März 2014, in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dann die Aktionskonferenz Care Revolution organisiert. Am Ende der dreitägigen Konferenz stand die Gründung des Netzwerks Care Revolution und die Verabschiedung einer Resolution (“Vor der Care Revolution kommt die Care Resolution”).

In dieser schreiben die Aktivist*innen u.a. zum Begriff der Sorgearbeit (“Care-Work”):

Sorgearbeit: die unsichtbare Seite der kapitalistischen Ökonomie
Für die Sorge um uns und andere fehlen Zeit und Wertschätzung. Wo Sorgearbeit als Erwerbsarbeit geleistet wird, steht sie unter Kostendruck, ist der kapitalistischen Profitlogik unterworfen. (…) Der größte Teil der Sorgearbeit wird weiterhin unbezahlt geleistet – bleibt gesellschaftlich unsichtbar. Wegen der mangelhaften öffentlichen Versorgung wird Sorgearbeit wieder in die Haushalte verschoben. (…) Wer für wen sorgt, wie gut jemand für sich und andere sorgen kann, und wer wie viel Lohn und Anerkennung für geleistete Sorgearbeit erhält – all das ist entlang von Herrschaftsverhältnissen organisiert: Beispielsweise wird auf Grund patriarchaler Verhältnisse bezahlte wie unbezahlte Sorgearbeit noch immer eher Frauen*(1) zugewiesen, geht ihnen angeblich quasi ‚natürlich’ von der Hand. Dadurch werden Fachkompetenzen abgewertet, das Geleistete als Selbstverständlichkeit missachtet. ”

Kurze Texte zu verschiedenen Perspektiven auf den vielschichtigen Themenkomplex “Care” sind hier zu finden, außerdem Mobilisierungsmaterial und Aktuelles zur Arbeit des Netzwerkes.

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