Imperiale Lebensweise

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Wir lassen täglich unsichtbar werden, dass unser Lebensstil nur möglich ist, weil wir die Kosten dafür “externalisieren” bzw. auf andere Menschen und Gesellschaften abladen. Die Ausbeutung von Mensch und Natur, präziser der Raubbau (zumeist) des Globalen Nordens an den sozialen wie ökonomischen Ressourcen des Globalen Südens, steht im Mittelpunkt dieses Buches. Ulrich Brand und Markus Wissen beschreiben und analysieren in ihm eine Weltordnung, deren grundlegende Funktionsweise von Produktion und Konsum eine imperiale, eine globale und kapitalistische ist. Deutlich gemachte werden soll, so schreiben es die Autoren in der Einleitung, die Herstellung von Normalität über das “Ausblenden der ihr zugrunde liegenden Zerstörung.”

Normalität – das ist in diesem Fall der lebensweltliche Alltag im Globalen Norden, inklusive der mannigfaltigen, sogenannten “Krisen” der letzten Jahrzehnte. In diesem Sinne versteht sich das Buch auch als eine Spurensuche hin zu deren Entstehungskontexten und den zu ihrer Lösung ausgerufenen, oftmals inadäquaten Lösungsstrategien.

“Kein Gemeinsames,” schreibt die feministische Ökonomin und Theoretikerin Silivia Federici, ” ist möglich, sofern wir uns nicht weigern, unser Leben und unsere Reproduktion auf dem Leid anderer zu gründen und uns als von ihnen getrennt wahrzunehmen.”  Dieses Zitat steht gleich zu Beginn des Buches und zeigt den Anspruch der Autoren, auf die Notwendigkeit und mögliche Ansatzpunkte einer “sozial-ökologischen Transformation”, eines gleichberechtigten Zusammenlebens hinzuarbeiten.

Einen Überblick über weitere Thesen und Debatten rund um das Buch gibt es in diesem halb-stündigen Video-Mitschnitt  von radio%attac. Eine Publikation des I.L.A. Kollektives aus dem Jahr 2017, welche sich ebenfalls kritisch mit imperialen Lebensweisen und ihren Ausbeutungsstrukturen beschäftigt, haben wir hier bereits vorgestellt.

 

Ulrich Brandes & Markus Wissen 2017: Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus. München: Oekom

Falls ihr keinen unterstützenswerten Buchladen bei euch in der Nähe habt, könnt ihr das Buch auch bei dem alternativen non-profit Online-Buchladen links-lesen.de kaufen, der mit dem Gewinn politische Projekte unterstützt. Der Link zum Buch ist hier zu finden.

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