„Nelly und die Berlinchen“ von Karin Beese erzählt die alltäglichen abenteuerlichen Geschichten, die Nelly und ihre Freundinnen Amina und Hannah in der Großstadt erleben. Die Heldinnen des Buches sind Kinder of Color (Nelly selbst ist ein Schwarzes Mädchen), die sich selbstbewusst und kreativ durch ihren Alltag bewegen. Dabei sind sie fröhlich, ärgerlich, lustig, traurig oder frech und halten zusammen. In witzigen Reimen und liebevollen Illustrationen von Mathilde Rousseau bildet Nelly und die Berlinchen als eines von wenigen Kinderbüchern in deutscher Sprache Kinder of Color als Heldinnen der Geschichte ab. Diskriminierungs-Erfahrungen und Diskriminierungs-Handlungen werden im Buch nicht aufgegriffen. Nelly und…
Autor: glokal e.V.
Tee mit Onkel Mustafa von Andrea Karimé thematisiert in einfühlsamer und bildreicher Sprache die Komplexe Krieg, Heimat und Flucht. Der Autorin gelingt es, klug und mit Witz die schwer fassbaren Themen für Kinder verständlich und zugänglich zu machen. Mina, die Protagonistin, lernt ihren Onkel Mustafa kennen, als sie in den Sommerferien zum ersten Mal nach Libanon fährt. Der Onkel Mustafa erzählt nicht nur die tollsten Geschichten, sondern zeigt Mina sogar seinen geheimnisvollen Turm der Wunder, in dem sich all seine Geschichten widerfinden. Als der Turm auf einmal anfängt zu wackeln und zu beben wird Mina schnell nach Hause gebracht. Dort erfährt…
Das Buch Amazing Grace von Mary Hoffman ist ein empowerndes Lese-Erlebnis für Schwarze Mädchen* im Alter von fünf bis neun Jahren. Die Erzählung nimmt auf Geschlechterrollen und rassistische Zuschreibungen bezug. Grace ist ein selbstbewusstes Schwarzes Mädchen, das Geschichten und Theaterspielen liebt. Als in ihrer Schule das Stück „Peter Pan“ aufgeführt werden soll wünscht sie sich, die Hauptrolle zu übernehmen. Schnell wird ihr klar gemacht, dass Peter Pan ein Junge war und außerdem nicht Schwarz. Im Buch wird erzählt, wie Grace von ihrer Familie dazu ermutigt wird, jede Rolle zu spielen, die sie möchte. Das Buch ist wunderschön und empowernd. Es…
„Das Wort, das Bauschschmerzen macht“ ist eine Geschichte für Kinder im Alter von ca. 6 – 12 Jahren. Als erster Teil einer Buchreihe um die Schwarzen Zwillinge Lukas und Lennard, die in Deutschland leben, beschäftigt sich der Band mit den gravierenden und verletzenden Auswirkungen von rassistischer Sprache im alltäglichen Gebrauch und zeigt weiter Lösungsansätze und Interventionen zu einem respektvollen Miteinander auf. Das Buch eignet sich für Kinder, etwa im Grundschulalter, und hat empowernden Gehalt für Schwarze Kinder und Kinder of Color. Nancy J. Della 2014: Das Wort, das Bauchschmerzen macht. Münster: edition assemblage. Falls ihr keinen unterstützenswerten Buchladen bei euch in der Nähe…
Zimmer frei im Haus der Tiere ist ein Bilderbuch der Autorin Leah Goldberg für Kinder zwischen drei und acht Jahren. Die poetische Tier-Geschichte thematisiert auf sensible Weise Diskriminierung, Rassismus und Freundschaft. Die Zuschreibungen, die die Tiere erfahren, lassen sich dabei auf diejenigen übertragen, die Menschen gemacht werden. In der Geschichte sucht eine Tier-WG eine*n neuen Nachmieter*in. Die unterschiedlichen Bewerber*innen haben an den Tieren im Haus immer wieder Dinge auszusetzen. Im Buch wird fesselnd und in Reimform beschrieben, wie sich die Suche nach dem_der passenden Mitbewohner*in gestaltet und auf welcher Grundlage sich schließlich für ein Zusammenleben entschieden wird. Das Buch eignet sich…
Die Intersektionale Kinderbuchliste von i-PÄD Initiative intersektionale Pädagogik umfasst Veröffentlichungen, die Ausschlüsse, Unter- oder Fehlrepräsentationen und Diskriminierungs-Handlungen thematisieren und ihnen entgegenwirken. Weiter werden Publikationen aufgelistet und ausgewertet, deren Gegenstände Kindern gegenüber häufig wenig angesprochen oder verschwiegen werden. In der Auflistung nach Altersempfehlungen finden sich sowohl eine knappe inhaltliche Beschreibung, ein Vermerk des Themenschwerpunktes sowie eine bewertende Empfehlung und ein Anwendungshinweis. Teilweise werden die Publikationen mit kritischen Kommentaren versehen, die auf inhaltliche Defizite verweisen. Die Liste umfasst ausschließlich Kinderbücher, die von den Autor*innen insgesamt als positiv und emanzipatorisch bewertet wurden. Zentrale Themen sind unter anderen: Alter, Behinderung, Geschlechtsidentitäten, Geschlechterrollen, Religion, Familie,…
Romaniphen ist eine Plattform, über die Wissen und Ideen aus feministischer Rromn_ja-Perspektive verbreitet werden. Das selbstorganisierte Projekt beinhaltet „Rromani Texte, Analysen, Sichtweisen und Dialoge aus der Vergangenheit und der Gegenwart, internationale Perspektiven, manchmal mehrsprachig, Audio und Video, mit popkulturellen wie aktivistischen und wissenschaftlichen Beiträgen“. (Auszug aus der Selbstbeschreibung von Romaniphen). Gesammelte Texte, Bilder und Töne richten ihren Blick auf unterschiedliche Facetten gesellschafltichen Lebens und wenden sich u.a. gegen Verleugnung, Verleumdung und Gadjé-Aneignung der Rromani Geschichte. Das Projekt basiert auf drei Säulen: Das Archiv hat die Aufgabe, unterschlagene Geschichten öffentlich zu machen und den Reichtum des Romanipen unter der Beteiligung der Phen…
„Die Initiative Rromnja ist ein Zusammenschluss von Berliner Roma-und-Sinti-Frauen, die nicht länger hinnehmen wollen, dass die Ablehnung von Roma und Sinti, Feindseligkeiten und Gewalt gegen Roma und Sinti verschwiegen, bagatellisiert oder gar gerechtfertigt werden. Antiziganismus jeglicher Form muss benannt und bekämpft werden – dafür setzen sich die Frauen dieser Initiative ein.“ (Selbstbeschreibung von inirromnja) Auf der Website werden unterschiedliche Aktionen von inirromja selbst und von anderen Romnja*-Aktivist*innen vorgestellt. Außerdem wird auf Veranstaltungen und Textbeiträge hingewiesen. Eine wichtige Intiative von inirromnja und Romaniphen ist der Romnja Power Month, der von März bis April 2016 ausgerufen wurde, um Romnja* und Sintezza* als auf…
https://www.youtube.com/watch?v=pdOo6wMl3cw&index=25&list=PL6orzhPfnuvlKO6iM2Mi0DhEkHnZ5XqUQ Kat Blaque ist eine Aktivist_in und Video-Blogger_in aus Kalifornien, die aus einer Schwarzen, feministischen Trans*-Perspektive über unterschiedliche Aspekte ihres Lebens berichtet. Seit einiger Zeit erscheint ihre wöchentliche Serie True Tea bei YouTube, in der Blaque Fragen von Zuschauer_innen und Zuhörer_innen beantwortet. Die Themen drehen sich größtenteils um Rassismus, Transphobie, Sexismus, Fat-Shaming und Schwarze Kultur. Fragen, die von der Vlogger_in bei True Tea beantwortet werden sind unter anderem: „Can Black people be Racist?“, „Can men be Feminists?“, „What’s wrong with cultural Appropriation?“ Inzwischen produziert Blaque auch einen „True Tea“-Podcast, als Sammlung der beliebtesten und kontroversesten Beiträge aus ihrer YouTube-Serie.
In der Studie von Wiebke Scharathow wird rekonstruiert, was alltägliche Rassismuserfahrungen für Jugendliche bedeuten. Ausgehend von den Perspektiven von Schüler_innen wird herausgearbeitet, über welche Mechanismen Rassismus wirksam wird und welche gesellschaftlichen Verhältnisse zugrunde liegen. Weiter wird darauf verwiesen, vor welchen Hürden von Rassismus betroffene Jugendliche stehen, mit welchen Herausforderungen sie innerhalb bestehender Herrschaftsverhältnisse konfrontiert sind und welche Handlungsräume sie sich selber schaffen. Schule als alltäglicher Ort und Trägerin rassistischer Praxen und Strukturen steht als Forschungsgegenstand im Zentrum der Studie: Untersucht werden geläufige Unterrichtspraxen, Ausgrenzungsmechanismen, Unterrichtsinhalte, Wissensproduktion und Personalstrukturen. Im Buch wird schließlich diskutiert, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um eine…
Der Blog enthielt ursprünglich hauptsächlich Zusammenfassungen aus den Kursen, die Charlott Schönwetter (Halfjill) im Rahmen ihres Studiums der Afrikawissenschaften besuchte. Inzwischen hat sich das Team erweitert und setzt sich kritisch mit entsprechender Literatur, Medien, Politik, Methoden etc. auseinandergesetzt.
Derailing für Anfänger ist eine Plattform, die Derailment als Umlenkungs-Strategie im Zuge von (Online-)Diskussionen in den Blick nimmt und einer genauen Betrachtung unterzieht. Derailing wird regelmäßig angewendet, wenn in (hegemonial geführten) Debatten (unerwünschte) Standpunkte von Betroffenen-Gruppen sichtbar werden und Raum einnehmen. Auf der Website werden häufige Argumentationen, die in der Regel als Ablenkungsmanöver dienen, in ihrem Entstehenszusammenhang und ihrer Wirkungsweise erklärt. Dabei wird sich ironisch an eine*n potenzielle/n Derailer*in gewandt. Die einzelnen Ausführungen funktionieren gleichzeitig als Praxistool, das sich konkret in Online-Konversationen als Interventionsmaßnahme durch entsprechende Verlinkung anwenden lässt.