Gegenstand der Anthologie “Raus Rein“ von Marion Hulverscheidt und Hendrik Dorgathen ist die Kolonialschule Witzenhausen. Die Institution wurde 1898 gegründet und war einzigartig in Deutschland. Witzenhausen diente dazu, Studierende auf ein Leben in den Kolonien vorzubereiten. Anhand historischer Dokumente entwerfen die Autor_innen in Form einer fiktiven Narration unterschiedliche Text-Bild-Kombinationen. Über Geschichten, Zeichnungen, Interviews, Comics und Fotos wird im Buch ein kritischer Blick auf ein bislang unbekanntes und folgenschweres Kapitel deutscher Kolonialgeschichte geworfen. Marion Hulverscheidt, Hendrik Dorgathen (Hg.) 2016: Raus Rein. Texte und Comics zur Geschichte der ehemaligen Kolonialschule in Witzenhausen. Berlin: avant. Falls ihr keinen unterstützenswerten Buchladen bei euch in der…
Autor: glokal e.V.
In „Entfernte Verbindungen“ gehen Frauen unterschiedlicher gesellschaftlicher Positionierungen den Fragen nach, wie Rassismus, Antisemitismus und Klassismus den Umgang von Frauen miteinander bestimmen und wie sie ihre politische Theoriebildung und Praxis prägen. „Entfernte Verbindungen“ enthält Texte, die über Ausgrenzungserfahrungen und über Wege zur gegenseitigen Unterstützung sprechen und Möglichkeiten persönlicher und politischer Bündnisse aufzeigen. Ika Hügel, Chris Lange, May Ayim u.a. (Hg.) 1999: Entfernte Verbindungen. Rassismus, Antisemitismus, Klassenunterdrückung. Berlin: Orlanda.
In „Der gute Deutsche“ erzählt Christian Bommarius die Geschichte von Manga Bell, dem Sohn eines kamerunischen Machthabers, der zur Zeit der deutschen Kolonialherrschaft in Deutschland studierte und ermordet wurde. „In der ruhmlosen deutschen Kolonialgeschichte dürfte das Kapitel über Kamerun eines der finstersten sein. Die unter fragwürdigen Begleitumständen ergaunerte Kolonie wurde in einträglicher Zusammenarbeit zwischen wilhelminischen Kolonialbeamten und ehrbaren Kaufleuten in ein Inferno für die versklavte Bevölkerung verwandelt. Einem Sohn des ehemaligen Königs wurde dennoch gestattet, in Deutschland Jura zu studieren. Als Prinz Manga Bell allerdings vom Gelernten Gebrauch machte und vor Gerichten gegen die deutschen Gräueltaten in seiner Heimat klagte,…
Das Buch „Post Traumatic Slave Syndrome“ der Wissenschaftlerin Joy DeGruy ist das Resultat einer jahrelangen historischen und psychologischen Forschung. Post Traumatic Slave Syndrome (PTSS) beschreibt ein Set von Verhaltensweisen, Glaubenssätzen und Handlungen, das mit multi-generationalem Trauma von Afro-Amerikaner_innen im Zusammenhang steht. PTSS beinhaltet unter anderem ein nicht-diagnostiziertes und unbehandeltes Post-Traumatisches Stress Syndrom bei versklavten Afrikaner_innen und ihren Nachkommen. Joy DeGruy zufolge bedeutet PTSS, dass Jahrhunderte der Versklavung in den USA, auf die systematischer und struktureller Rassismus und Unterdrückung gefolgt sind, zu generationen-übergreifenden krankmachenden Verhaltensweisen geführt haben, die als Überlebensstrategien dienen. Laut DeGruy kann das Post Traumatic Slave Syndrome nicht einfach…
In “Talking Back“ analysiert die Wissenschaftlerin Claudia Unterweger die Strategien der Geschichtsschreibung einer Schwarzen Forschungsgruppe in Österreich. Ziel ist unter Anderem, Schwarze Menschen in der Gegenwart zu stärken und die eigene verschüttete Geschichte zu bergen. “Die österreichische Geschichtsschreibung über Menschen afrikanischer Herkunft spiegelt deren gegenwärtige Repräsentation in der österreichischen Öffentlichkeit wider. Sichtbar als stumme, fremd-definierte Objekte und zugleich unsichtbar als handelnde Subjekte tauchen sie vorwiegend als exotisierte oder kriminalisierte ‚Andere‘ auf. Verborgen bleiben häufig Realitäten und Erzählungen aus Schwarzer Perspektive.“ Buchbeschreibung des Verlages In den Jahren 2005/2006 gründete sich das Projekt „Schwarze Österreichische Geschichte“, um die historischen und gegenwärtigen Erfahrungen…
[youtube id=“0lG1s5iMsZE“] Der Film “Hoffnung im Herz“ unter der Regie Maria Binders zeigt als einzigartiges Dokument Etappen des Lebens und Wirkens der Künstlerin, Wissenschaftlerin und Schwarzen Deutschen Aktivistin May Ayim. Ein besonderes Augenmerk liegt auf ihrem dichterischem Werk. Im Film sind Sequenzen enthalten, die May Ayim bei Performances in Südafrika und in Deutschland zeigen. May Ayim ist eine zentrale Figur der Afro-Deutschen Bewegung. Als erste Wissenschaftlerin untersuchte sie – allen institutionellen Widerständen zum Trotz – die Geschichte und Lebenssituation Schwarzer Frauen in Deutschland. Bekannt wurde May Ayim durch ihre Lyrik und Gedichte wie „Blues in Schwarz Weiß“ oder „Grenzenlos und…
https://www.youtube.com/watch?v=SCAQP7OJ9ls In der satirischen Youtube-Reihe „The adventures of an asian girl with a white fetish“ von Joy Regullano legt die Protagonistin rassistische Normalitäten offen, wie sie „Asian women“ regelmäßig in „Dating-Situationen“ mit weißen Männern erleben. Das feministische Online-Magazin „Everyday Feminism“ beschreibt den Hintergrund der Videoserie „White Fetish“ wie folgt: „Due to how our society has sexualized Asian women in a racialized way, Asian and Pacific Islander and Asian and Pacific Islander American (APIA) women often have to deal with sexist and racist microaggressions that are normalized in our society as ‚flirting.‘ That means when white guys try to flirt with…
Roma Buzz Monitor ist eine Webseite, die sich in erster Linie an Rromn_ja weltweit richtet und ihre Leser_innen täglich mit Informationen zu unterschiedlichen Themen versorgt. Auf Roma Buzz Monitor finden sich unter unterschiedlichen Rubriken Nachrichten, Veranstaltungen, Fotos, Videos oder Hinweise und Verlinkungen zu anderen wichtigen Infokanälen und Webseiten. Themen, die auf der Website besprochen werden, beinhalten unter anderem Diskriminierung von Rromn_ja weltweit, aktuelle politische Entwicklungen und Erinnerungskultur.
Der Spielfilm “42 – Die wahre Geschichte einer Sportlegende“ von Brian Helgeland orientiert sich an der Biografie des Baseball-Spielers Jackie Robinson. Ihm gelang 1947 als erstem Afro-Amerikaner der Aufstieg in die oberste US-Amerikanische Baseball-Profiliga. Die Handlung des Films ist in den Jahren 1946 und 1947 angesiedelt. Zur Zeit der offiziellen „Rassentrennung“ in den USA wird Jackie Robinson mit der Unterstützung des weißen Managers der Brooklyn Dodger Mitglied des erfolgreichen Baseballteams. Hier trug er die Spielernummer 42. Trotz massiver rassistischer Anfeindungen bis hin zu Todesdrohungen setzt sich Jackie Robinson auf dem Weg zum erfolgreichen Profisportler durch. 42 – Die wahre Geschichte…
Valeriu Nicolae ist rumänischer Rrom, Blogger und Menschenrechts-Aktivist. Auf seiner Webseite schreibt Valeriu Nicolae in englischer und rumänischer Sprache kritische und pointierte Beiträge über Rromani-Struggles und die europäische „Roma-Politik“.
https://www.youtube.com/watch?v=QZ6iEV2vfvQ Im Zentrum des Dokumentarfilms „Da.Sein“ von Aylin Basaran und Hans-Georg Eberl stehen die Schicksale von Menschen, die „da“ waren und abgeschoben worden sind. Ihre Geschichten werden im Dialog mit jenen von Angehörigen und Freund_innen erzählt, die „da“ geblieben sind. „Die Abschiebung von Menschen aus Europa ist alltägliche institutionelle Praxis. Da.Sein will eine Plattform sein für jene Stimmen, die Teil der europäischen Gesellschaften waren, aber durch das gewaltsame Herausreißen unsichtbar gemacht wurden. Der Film behauptet keinen Anspruch dokumentarischer Neutralität, sondern verschreibt sich einer parteiischen und solidarischen Perspektive, ohne dabei den Blick für die unterschiedlichen Facetten subjektiver Erfahrungen und Handlungsstrategien seiner…
Deutscher Kolonialimus und sein prägender Einfluss auf Geschichte und Gegenwart nehmen im Bewusstsein der deutschen Mehrheitsgesellschaft nach wie vor kaum Raum ein. Stattdessen werden Erinnerungsräume und Personen der Kolonialgeschichte regelmäßig verklärt, verharmlost oder positiv gewürdigt. Im Sammelband von Jürgen Zimmerer werden in leicht verständlichen Einzelbeiträgen unterschiedliche Relikte, die mit der gewaltvollen deutschen Kolonialgeschichte im Zusammenhang stehen, kritisch betrachtet. Institutionen, Räume, Ereignisse und Akteure wie Albert Schweitzers Hospital Lambaréné, Hagenbecks Tierpark, die „Hunnenrede“ Kaiser Wilhelms II oder das Wirken Alexander von Humboldts als “Entdecker” werden im Buch im Kontext ihrer (Entstehungs)-Geschichte, ihren verherenden Auswirkungen und häufig unreflektierter Wahrnehmung in der Gegenwart…