Das Netzwerk rassismuskritische Migrationspädagogik ist ein Forum von Menschen aus den Bereichen Soziale Arbeit, Schule, Bildung und Hochschule. Gemeinsame Basis ist eine machtkritische Perspektive auf Phänomene der Migrationsgesellschaft, die im erziehungswissenschaftlichen Fachdiskurs, in der pädagogischen Praxis und in den politischen und Alltagsdiskursen mit dem Label >>Interkultur<< versehen würden, so schreiben die Verantwortlichen der Initiative. Das Netzwerk führt regelmäßige Treffen zur Vernetzung und Qualifizierung durch und stellt auf seiner Webseite sowie in einem regelmäßigen Newsletter Informationen über politische Kampagnen, Veranstaltungen und Tagungen bereit. Außerdem finden sich auf der Website Literatur(-Hinweise) und andere Materialien aus dem Bereich Rassismuskritik und rassismuskritischer Migrationspädagogik.
Autor: glokal e.V.
”Wir hatten den Eindruck, dass es an Methoden für die Bildungsarbeit zu dem uns wichtigen Thema Wirtschaftswachstum und Postwachstum fehlte und wollten diese Lücke schließen.” Diesem Anspruch folgend entwickelten FairBindung e.V. und das Konzeptwerk Neue Ökonomie im Jahr 2012 ein Methodenheft (Erstauflage) mit dem Titel Endlich Wachstum. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine Welt aussehen kann, in der alle Menschen innerhalb der ökologischen Grenzen der Erde gut leben können. Auf der Website von Endlich Wachstum werden zusätzliche Materialien zum Thema und zu angrenzenden Themenfeldern angeboten. Unter Bereichen wie „Funktion und Mythen des Wachstums“, „Konkurrenz oder Kooperation“ oder „Wirtschaft und ich?“…
Franziska Müller und Daniel Bendix dekonstruieren das Image des vermeintlich politisch progressiv auftretenden Dickhäuters hinsichtlich der vermittelten Äußerungen rund um Nord-Süd-Fragen. Aus postkolonialer Perspektive wird in jenen Folgen, in denen Benjamin Blümchen sein angestammtes Terrain verlässt und ins Ausland (Tansania, USA, Nordpol) reist, nach Rassialisierungen und Exotisierungen gesucht. Des Weiteren werden geschichtliche (De-)Kontextualisierungen und das Rollenrepertoire des Protagonisten in anderen Kulturen analysiert. Die Autor*innen fragen auch nach Erweiterungsmöglichkeiten, die das herrschaftskritische, eigenwillige Potential der Benjamin-Folgen stärken könnten und Kinder in der historisch-politischen Sozialisation unterstützen. Daniel Bendix, Franziska Müller 2016: Kolonisator, Helfer und Kosmopolit: “Ja, das bin ja ich, Benjamin Blümchen,…
Lolo Diklo – Rromani against Racism ist eine Webseite, die in englischer Sprache Informationen über Gadje-Rassismus in Italien liefert. Die Initiator_innen der Webseite sagen über sich selbst: “We are an organization dedicated to raising awareness about the history, culture and true lives of Romani people worldwide. We confront racism and oppression wherever we encounter it. We try to make connections with all the ‚isms‘ that make up western culture.“
The African Courier ist ein Magazin über Politik und Gesellschaft unterschiedlicher afrikanischer Länder und über afrodiasporische Erfahrungen weltweit. Der African Courier wird in Deutschland herausgegeben und erscheint außerdem in Kamerun, Gambia, Ghana, Kenia, Liberia, Nigeria, Sierra Leone in Südafrika sowie in einigen Ländern West-Europas. Die Zeitschrift wurde gegründet, um den in Europa vorherrschenden eindimensionalen Afrikabildern von Krankheit, Armut und Kriege, realistische und vielfältige Perspektiven entgegenzusetzen. Im Magazin, das alle zwei Monate erscheint, gibt es neben den Bereichen „Africa“, „Europe“; „Business and Development“ oder „News and International“ auch die Bereiche „My life in Germany“ oder „Black People in Germany“: Unter dieser…
Bin ich schuldig? ist ein Interviewprojekt, das sich mit dem tief verwurzelten Rassismus in allen Gesellschaftsbereichen in Deutschland befasst und zu seiner Sichtbarkeit beitragen will. Dazu werden Expert_innen mit Rassismuserfahrung aus unterschiedlichen Bereichen befragt. Im Zentrum steht die Frage “Wie machen wir uns – als Teil einer weißen deutschen Gesellschaft – direkt oder indirekt des Rassismus schuldig?“ Die Initiative ist aus einem Seminar mit dem Titel „Schulden in Afrika“ an der Humboldt Universität Berlin im Institut für Asien- und Afrikawissenschaften entstanden. Während sich das Seminar mit Schulden in einem wirtschaftlich-ökonomischen Sinn befasst hat, soll es im Projekt um die Fragen moralischer…
Bühnenwatch ist ein Zusammenschluss von Aktivist_innen of Color und weißen Aktivist_innen, deren Ziel es ist, rassistische Praxen auf deutschen Bühnen zu beenden. Zukünftig sollen sowohl rassistische Darstellungsformen wie Blackface als auch Diskriminierung von Schauspieler_innen of Color verhindert werden. Die Gruppe gründete sich im Zuge der Auseinandersetzungen um die rassistische Blackface-Inszenierung am Schlossparktheater und die sich anschließende Debatte. Anliegen des Bündnisses ist es außerdem, Menschen zu ermutigen, selbst aktiv zu werden, Aufklärungsarbeit zu leisten und wo nötig, kritisch zu intervenieren. Auf der Website von Bühnenwatch finden sich vielfältige Informationen zum Thema: So zum Beispiel Textbeiträge Schwarzer Kulturschaffender, Material über die Aktionen…
The Romani Elders ist eine Website, die Werke und Errungenschaften von “Romani Elders“ würdigt. Die Website der European Roma Cultural Foundation (ERCF) dient dazu, Erfahrungen und Wissen von Romani Elders sichtbar zu machen und Erinnerungen vorrangegangener Kämpfe aufrecht zu erhalten. Ziel der Romani Elders ist es, durch ihr Wirken zu gesellschaftlichem Wandel und einem friedlichen Miteinander aller Menschen in Europa beizutragen. Das generationenübergreifende Projekt will seinen Wissens- und Erfahrungsschatz an die jüngeren Generationen weitergeben. Rrom_nja-Rights Aktivismus soll dadurch ein tragfähiges Fundament erhalten und mit einer inter-generationalen Sensibilität ausgestattet werden, die dazu befähigt, die vergangenen Rrom_nja-Struggles mit zukunftsweisendem Aktivismus zu verbinden.…
Ezra Jack Keats ist ein weißer US-Amerikanischer, jüdischer Autor, der bereits in den 1960er Jahren Kinderbücher geschrieben und illustriert hat, die Kinder of Color in den Mittelpunkt ihrer Handlung stellen. Als Vertreter des Multikulturalismus intervenierte Keats mit seinen Büchern in den Kanon „klassischer“ Kinderbuchliteratur. Mit seiner Figur Peter in „The Snowy Day“, dem ersten Schwarzen Protagonisten in einem in den USA veröffentlichten Kinderbuch, schuf der Autor eine Identifikationsfigur für unzählige Afro-Amerikanische Kinder. Die Handlungen sind im urbanen Raum der USA angesiedelt und erzählen realistische Geschichten aus dem Alltag von Kindern. Auch heute sind zahlreiche Bücher des Autors als Lektüre für junge…
Koloniale Perspektiven und Handlungen werden in Deutschland weiterhin fortgesetzt und drücken sich in sämtlichen Gesellschaftsbereichen aus. U.a. Schwarze Perspektiven finden somit kaum Zugang zu Wissensarchiven und werden in medialen, politischen und wissenschaftlichen Diskursen unterschlagen. Eine scheinbar objektive Ordnung des deutschen Wissen(schafts)ssystems bleibt damit gewahrt. Der Band Afrokultur von Natasha Kelly „bringt über die Biografien der Schwarzen Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen W.E.B. Du Bois, Audre Lorde und May Ayim Schwarze deutsche Geschichte, ihre Gegenwart und Zukunft in einen globalen Zusammenhang und schreibt damit eine intellektuelle Tradition fort.“ Buchbeschreibung des Verlages Afrokultur trennt sich von rassifizierten Annahmen, erkennt Schwarzes Wissen an und schließt…
In seiner Studie „Afrodeutscher Aktivismus“ untersucht Stefan Gerbing die Handlungsspielräume und Interventionen Schwarzer Menschen in Deutschland in die Bedingungen einer strukturell rassistischen Gesellschaft zur Zeit des Kaiserreiches. “Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurden nicht nur in Europa Machtverhältnisse neu ausgehandelt und Grenzen neu gezogen. Während in Deutschland erst das Kaiserreich und dann die Revolution scheiterte, die erste deutsche Republik gegründet und bald darauf zerstört wurde, nahmen Kolonisierte aus Asien und Afrika Anteil an Neuaushandlungen kolonialer Machtverhältnisse. In Paris, London und Berlin wurden Stimmen von Kolonisierten lauter, die mit Vorträgen, Briefen und Petitionen ihren Interessen Geltung zu verschaffen suchten.“ Buchbeschreibung des Verlages Stefan…
Zum wiederholten Mal sendete das öffentlich-rechtliche Fernsehen in einem Unterhaltungsformat auf prominentem Sendeplatz rassistische Inhalte. Während der Show “Verstehen Sie Spaß“, die am 29.10.2016 im ZDF ausgestrahlt wurde, war rassistisches Blackfacing Bestandteil eines Sketches. Im Vorfeld hatte es Protest aus der Bevölkerung am diskriminierenden Sendeinhalt, insbesondere aus den Schwarzen Communities gegeben. In seinem Beitrag Warum ich über den Schwarzen Mann als böse Überraschung nicht lachen kann auf der Website uebermedien kommentiert Ali Schwarzer aus Betroffenenperspektive, warum das Verunglimpfen Schwarzer Personen in der Show verletzend ist und wütend macht.